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Eric Clapton: die Legende von „Slowhand“ und seine Signature-Gitarren

Das Wichtigste in Kürze
  • Eric Clapton spielte bei den Yardbirds, bei John Mayall, bei Cream und bei Derek and the Dominos, bevor er zu einer der großen Solokarrieren des Rock wurde.
  • Seine Stratocaster „Blackie“, zusammengesetzt aus drei Vintage-Gitarren, prägte den Sound einer ganzen Generation.
  • Fender entwickelte auf dieser Basis eine ganze Serie von Eric-Clapton-Signature-Stratocaster-Modellen, direkt inspiriert vom Hals von Blackie.
  • Das MTV-Unplugged-Konzert von 1992 gab den Anstoß für die Martin-Signature-Modelle, darunter die 000-28EC, eine der meistverkauften Akustikgitarren der Marke.

Man hat schon Hunderte Gitarristen kommen und gehen sehen, aber manche Namen tauchen im Ladengespräch einfach immer wieder auf: Eric Clapton gehört fest dazu. Nicht nur wegen seines Spiels, sondern wegen dem, was er mit der Stratocaster selbst gemacht hat. Kaum ein Künstler hat das Design eines Instruments so geprägt wie „Slowhand“ – gemeinsam mit Fender und Martin.

Ein Rückblick auf den Werdegang eines Gitarristen, der fünfzig Jahre Rockgeschichte durchlebt hat, ohne je wirklich den Hals loszulassen – und auf die Gitarren, die heute seinen Namen tragen.

Von den Yardbirds zu Cream: die Geburt von „Slowhand“

Alles beginnt in London, Mitte der 1960er-Jahre. Der junge Eric Clapton steigt bei den Yardbirds ein, einer Bluesrock-Band, in der er ein Spiel verfeinert, das bereits von einer tiefen Bewunderung für die großen amerikanischen Bluesmen geprägt ist: Robert Johnson, Freddie King, Buddy Guy. Der Spitzname „Slowhand“ entsteht übrigens genau hier, mit einer gehörigen Portion Ironie: Das Publikum soll ihn skandiert haben, während er mitten im Konzert eine gerissene Saite wechselte – ein slow handclap, der zum legendären Spitznamen wurde.

Er verlässt die Yardbirds, die ihm zu poppig sind, und schließt sich John Mayall’s Bluesbreakers an, wo er das als „Beano“-Album bekannte Werk einspielt, eine Kultplatte für jeden Blues-Gitarristen. Dort dreht er seinen Marshall-Amp voll auf, um einen satten, warmen Overdrive zu erzeugen – eine Klangtextur, die ganze Generationen prägen wird.

1966 gründet er zusammen mit Bassist Jack Bruce und Schlagzeuger Ginger Baker Cream, eines der ersten Power-Trios der Rockgeschichte. Ausgedehnte Blues-Improvisationen, Songs wie „Sunshine of Your Love“ oder „White Room“: Cream legt den Grundstein für den Hard Rock und macht Clapton zum weltweiten Guitar Hero. Das Rolling-Stone-Magazin wird ihn später unter die größten Gitarristen aller Zeiten einreihen.

Derek and the Dominos und „Layla“: der kreative Höhepunkt

Nach Cream und dem kurzlebigen Projekt Blind Faith gründet Clapton 1970 Derek and the Dominos mit Bobby Whitlock, Carl Radle und Jim Gordon. Das daraus entstandene Album Layla and Other Assorted Love Songs gilt heute als sein Meisterwerk. Der Titel „Layla“ entsteht aus einer unerwiderten Liebe zu Pattie Boyd, damals Ehefrau seines Freundes George Harrison – eine schmerzhafte persönliche Geschichte, verwandelt in eines der einprägsamsten Riffs des Rock.

Gut zu wissen

Das Slide-Solo, das „Layla“ abschließt, stammt nicht von Clapton, sondern von Duane Allman, der als Gast ins Studio eingeladen wurde. Die beiden Gitarristen hatten sich erst wenige Tage zuvor kennengelernt und nahmen einen Großteil des Albums quasi in völliger Improvisation auf.

Blackie, die Stratocaster, die einen Sound prägte

Müsste man die Karriere von Eric Clapton auf eine einzige Gitarre reduzieren, wäre es zweifellos „Blackie“. Die Geschichte beginnt 1970 in einem Nashville-Musikgeschäft, wo Clapton sechs Vintage-Fender-Stratocaster kauft. Drei davon verschenkt er an seine Freunde George Harrison, Steve Winwood und Pete Townshend, die übrigen drei zerlegt er, um nur die besten Teile zu behalten – zusammengesetzt zu einer einzigen „Bastard“-Gitarre, wie er sie selbst nannte, mit mattschwarzer Lackierung.

Blackie feiert am 13. Januar 1973 ihr Bühnendebüt, beim legendären Rainbow Concert, das Pete Townshend organisierte, um Clapton aus einer schweren Suchtphase zu helfen. Sie bleibt danach über ein Jahrzehnt lang sein Hauptinstrument, bevor sie in den Ruhestand geht und 2004 bei Christie’s für fast eine Million Dollar versteigert wird – zugunsten des Crossroads-Entzugszentrums, das er auf Antigua gegründet hat.

Die Fender Eric Clapton Stratocaster: das Signature-Erbe

1988 bringt Fender offiziell die Eric-Clapton-Signature-Stratocaster auf den Markt, eines der ältesten und meistverkauften Signature-Modelle der Marke. Clapton stellte selbst den Hals von Blackie als Referenz für Profil und Mensur zur Verfügung. Technisch zeichnet sich das Modell durch eine aktive Mid-Boost-Schaltung mit 25 dB aus, mit der sich Claptons charakteristischer Sound auch bei niedriger Lautstärke einfangen lässt – eine Lösung, die zum Komponieren und Aufnehmen gedacht ist, ohne den Amp bis zum Anschlag aufdrehen zu müssen.

Heute gibt es die Serie in mehreren Finishes, die Claptons historische optische Erkennungsmerkmale aufgreifen:

Der Woodbrass-Tipp

Diese Signature-Stratocaster sind für ein sehr vielseitiges Spiel gedacht (Blues, Rock, Pop), dank des aktiven Mid-Boost, der den Sound verdichtet, ohne den typischen Single-Coil-Charakter zu verlieren. Ideal, wenn du eine Strat suchst, die von glasklarem Clean-Sound bis zu warmem Crunch reicht, ohne die Gitarre wechseln zu müssen.

MTV Unplugged und die akustische Offenbarung: die Martin-Signature-Modelle

1992 markiert einen weiteren Wendepunkt. Für die Sendung MTV Unplugged setzt sich Clapton mit einer Vintage-Martin 000-42 von 1939 hin und liefert bewegende akustische Versionen von „Layla“ und „Tears in Heaven“, geschrieben nach dem tragischen Tod seines Sohnes Conor. Das daraus entstandene Album wird zu einem der größten Erfolge seiner Karriere und löst über Nacht eine Flut von Anrufen bei Martin aus: Alle wollen wissen, welche Gitarre Clapton spielt.

Martin bringt zunächst 1995 die 000-42EC heraus, eine auf 461 Exemplare limitierte Serie – eine Anspielung auf den Titel des Albums 461 Ocean Boulevard –, die auf einer Fachmesse an einem einzigen Tag ausverkauft ist. Angesichts dieses Erfolgs bringt die Marke 1996 eine erschwinglichere, nicht limitierte Version heraus: die Martin 000-28EC. Mit ihrem 000er-Korpus, Boden und Zargen aus indischem Palisander sowie einer Decke aus Fichte ist sie seit fast dreißig Jahren eine der meistverkauften Akustikgitarren in der Geschichte von Martin, mit über 17.000 verkauften Exemplaren.

Beide Referenzmodelle findest du bei Woodbrass:

Profi-Tipps

Die kurze Mensur von 24,9 Zoll der 000-28EC (gegenüber etwa 25,4 Zoll bei einer klassischen Dreadnought) verringert die Saitenspannung leicht. Das macht Fingerstyle-Spiel und Bendings angenehmer – genau so, wie Clapton sie in seinen akustischen Arrangements einsetzt.

Das Erbe eines außergewöhnlichen Gitarristen

Was an Eric Clapton beeindruckt, ist die Beständigkeit in der Neuerfindung. Bluesman durch und durch bei Mayall, elektrischer Guitar Hero bei Cream, gequälter Songwriter bei den Dominos, dann Solokünstler, der mit einer einzigen akustischen Gitarre auf den Knien ganze Stadien füllen kann. Nur wenige Musiker haben es geschafft, über mehr als fünfzig Jahre hinweg in so vielen unterschiedlichen Stilrichtungen glaubwürdig zu bleiben.

Und genau das macht wohl die wahre Legende aus: nicht nur die Riffs oder Soli, sondern Instrumentenentscheidungen, die so persönlich waren, dass sie am Ende zu universellen Referenzen für eine ganze Branche wurden. Egal ob du eher elektrische Strat oder akustische Dreadnought bevorzugst – in den meisten Gitarren, die dir heute im Laden begegnen, steckt ein Stück „Slowhand“.

Quellen

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