📌 Das Wichtigste in Kürze
- Der Rane One MK2 behebt (endlich) die Schwächen der V1: weichere Fader, hochwertige FX, besser durchdachter Workflow.
- Großes Meisterstück bei den Stems: Shortcuts, Stem Level (Stems equalizen) und die exklusiven Stem FX / Stem Roll.
- Die neuen Pads oben ersetzen einen unnötigen Knopf: Ergebnis ist ein effizienterer und performance-orientierterer Controller.
- Mein einziger wirklicher Kritikpunkt: kein Waveform-Display auf den Decks (weniger Komfort im Vergleich zu manchen Setups), aber das Vinyl-Feeling ist königlich.
Endlich ist er da… der Rane One MK2, den wir auf der NAMM gesehen haben und der viele DJs (mich eingeschlossen, ich spiele nicht den gelangweilten Typ 😄) begeistert hat.
Ja, wir müssen darüber reden: Die erste Version des Rane One, die vor etwa 5 Jahren erschien, war ein sehr guter Controller… aber mit einigen kleinen Schwächen, die den Spaß trübten, wenn man mehr als nur einfaches Scratchen machen wollte. Für Scratch war er genial. Für das Mixing war ich eher zwiegespalten. Die Serato-Effekte (damals) waren nicht der Hit, die Fader etwas steif, und einige Workflow-Details ließen mich andere Geräte bevorzugen.
Und genau dieser MK2 ist die Antwort auf all das. In diesem Artikel gebe ich dir einen kompletten Überblick: schnelles Unboxing, Neuheiten (FX, Stems, Pads, Fader), allgemeine Funktionen, Anschlüsse… und mein ehrliches Fazit.

Schnelles Unboxing: kompakt, robust und voller Power
Fangen wir einfach an: Du packst aus und merkst sofort, dass das kein Spielzeug ist. Die motorisierten Decks wiegen jeweils etwa 1 kg und die Kombination aus Filz und Acryl-Vinyl sorgt für ein echtes „Vinyl-Feeling“. Für einen Controller ist das selten.
- Netzkabel
- USB-C-Kabel
- Aufkleber
- Pflegeset für die Fader
Zusammengesetzt wiegt das Gerät knapp über 10 kg und hat ein kompaktes Format (ca. 68 x 35 x 13 cm). Aktuell ist es nur mit Serato kompatibel (wichtig zu wissen).
Wenn du aus der „Vinyl-Welt“ kommst, sind das Feeling und die Reaktion der motorisierten Decks des Rane One MK2 definitiv eines seiner stärksten Argumente.
Die Neuheiten, die alles verändern
1) Die FX: Endlich professionelle Effekte
Der erste große Knaller sind die internen Effekte. Hier sind wir nicht mehr bei den „alten Serato-Effekten“ (die Kompromisse erforderten). Du hast 24 wirklich hochwertige Effekte, wie man sie von Geräten wie dem Rane Four oder dem Rane Performer kennt.
Standardmäßig findest du zum Beispiel: Echo, Recycler, Reverb, Matrix usw. Was ich besonders mag: Du kannst deine Einstellungen super einfach zuweisen, ändern und speichern. Du wählst aus, drehst am Regler, bestätigst, und wenn du gedrückt hältst, wird gespeichert. Einfach.
Neu und sehr angenehm: Das Display zeigt klare Infos und erlaubt dir, tiefer in die Parameter einzutauchen (Feedback, Timing, Filter…). Ein kleiner „Wo ist der Knopf?“-Moment: Die Volume/Wet-Regelung des Effekts ist etwas weiter weg. Anfangs überrascht das, aber man gewöhnt sich schnell.
Als Bonus gibt es auch die 4 Channel FX (klassischer Filter, Filter Roll, Noise, Flanger). Persönlich finde ich den Flanger perfekt. Das ist ein „musikalischer“ Effekt, der wirklich etwas bringt, ohne deinen Mix zu zerstören.
Wenn du einen clubtauglicheren Workflow willst, wechsle zwischen Hardware-FX (intern) und Software-FX (Serato): Auf dem One MK2 kannst du je nach Stil einfach umschalten.
2) Die STEMS: Rane dominiert weiterhin das Spiel
Über Rane zu sprechen ohne die Stems zu erwähnen, geht nicht. Klar, das sind einige der fortschrittlichsten Geräte, um mit Vocals, Melodien, Bass, Drums zu spielen… und nicht nur „Mute/Solo“.
Du hast schon super schnelle Shortcuts:
- Acapella (Stimme isolieren)
- Instrumental (Instrument isolieren)
Und du kannst auch „Stem FX“ auf diese Shortcuts legen. Ein kleiner Nachteil: Für manche Aktionen musst du Shift drücken, was mitten in einer Party nicht sehr intuitiv ist. Aber gute Nachricht: Du kannst das im Menü auf Primary umstellen. Dann wird es viel natürlicher.
Außerdem gibt es die klassische Stem-Steuerung über den Stems-Button, aber auch einen speziellen Modus auf den Pads, sodass du zum Beispiel den Sampler unten und die Stems oben behalten kannst. Das Ergebnis: ein viel flüssigerer Workflow bei der Performance.
3) Stem Level: Stems equalizen… das ist königlich
Hier kommen wir zu etwas, das ich großartig finde: das Stem Level. Im Grunde kannst du mit dem Equalizer die Lautstärke jedes Stems steuern:
- die Drums
- die Melodie
- den Bass
- die Stimme
Du kannst also einen Track spontan „remixen“. Stimme leiser machen ohne sie ganz auszuschalten? Geht. Die Drums lauter machen, um mehr Energie zu erzeugen? Geht auch. Genau solche Details heben deinen Set von „Ich spiele nur Songs“ zu „Ich performe“.
Nutze Stem Level, um saubere Übergänge zu schaffen: Stimme im ausklingenden Track leiser machen, die Drums behalten, und du kannst viel „smoothere“ Mixe ohne Stimmkonflikte machen.
4) Exklusiv beim One MK2: Stem FX & Stem Roll
Und hier hat Rane richtig coole Features rausgebracht. Beim Rane One MK2 gibt es Funktionen, die wirklich den Unterschied machen:
Stem FX
Du wählst den Stem (Stimme, Melodie, Bass, Drums) mit den „gelben“ Buttons aus und wendest mit den „lila“ Buttons einen Effekt nur auf diesen Teil an. Beispiel: Ein Echo Out nur auf die Stimme, während das Instrumental weiterläuft. Oder ein Breaker auf die Drums. Sehr kreativ und vor allem: Du hast super saubere Ein- und Ausgänge.
Stem Roll
Der Stem Roll funktioniert ähnlich, aber als Loop/Roll auf einem bestimmten Stem. Du kannst einen Roll auf die Drums oder die Stimme machen… und ehrlich gesagt ist das genau die Art Feature, bei dem du denkst: „Okay, hier kann ich mich wirklich austoben.“
Sag mir in den Kommentaren (ja, ich rede mit dir wie im Video 😄): Findest du das nützlich, genial oder eher Spielerei?
5) Die Pads oben: Endlich sinnvoller Platz
Früher gab es diese Leiste zum Navigieren im Track… Spielerei und vor allem: verschwendeter Platz. Jetzt haben sie das durch 4 zusätzliche Pads ersetzt mit Modi wie Hot Cue, Scratch Bank, Sampler, Stems, Beat Jump, Stem Roll, Stem FX, Loops…
Das ist ein echtes Workflow-Upgrade. Du kannst dein Setup logischer organisieren: unten Hot Cues + Rolls, oben Stems… oder umgekehrt. Und die beleuchteten Tasten machen alles super übersichtlich bei der Party.
6) Fader & Sampler Level: Die Details, die zählen
Die Fader sind jetzt sehr weich und hochwertig: Du kannst sauber scratchen. Der Crossfader ist ebenfalls hochwertig, ähnlich dem Mag Four, mit Spannungseinstellung vorne. Und ein großes Plus: Die Sampler-Lautstärke ist endlich vorne. Nicht der natürlichste Ort, aber wenigstens musst du keinen zufälligen Button mappen.
Wenn du die im Artikel erwähnte Ausrüstung checken willst, findest du unten die Woodbrass-Seiten – praktisch zum Vergleichen und Verfügbarkeiten prüfen.
Schneller Überblick über die „Basis“-Funktionen (aber komplett)
Ich mache es kurz, sonst sitzen wir die ganze Nacht hier:
- Bibliotheksnavigation
- Funktionen wie Censur / Reverse / Silent Cue (konfigurierbar)
- Start/Stop-Zeit und Motor-Modus (Decks stoppen, Audio bleibt)
- Slip, Range (bis ±50), Key Lock, Sync usw.
- Performance-Pads: Hot Cue, Saved Loop, Roll, Bit Jump, Sampler, Stems und Doppelklick-Zugriff auf Pitch Play / Scratchbank / Stem FX / Stem Roll
Decks sind solide, dick und mit nützlichen Markierungen (Beat Juggling / Scratch). Beim Mix: EQ (Höhen, Mitten, Bässe), Master, Booth, Monitoring, Mikrofonsteuerung und die Möglichkeit, 2 Computer (A/B) anzuschließen. Du kannst sogar auf Line umschalten, um CD- oder Vinyl-Player anzuschließen.
Anschlüsse: Vorder- und Rückseite
Vorderseite: Mikrofon-Einstellungen, Aux-Eingang nutzbar, Sampler-Lautstärke, Fader-Weg/Umdrehung einstellen, Crossfader-Einstellung/Umdrehung, Kopfhörer-Monitoring (Split, Lautstärke), Mini-Klinke + Klinke-Ausgänge.
Rückseite: Mikrofoneingänge (XLR/Klinke), Aux RCA, Plattenspielereingänge (Line/Phono) mit Masse, Master-Ausgänge (XLR/RCA), Booth-Ausgang (XLR) und Einstellung des Motor Torque für Kraft/Reaktion der Decks.
Mein Fazit: Ein Knaller… mit kleinem Wermutstropfen
Klar? Das ist ein Knaller. Klein, kompakt, nicht zu schwer, schick in Weiß (eine willkommene Abwechslung zur Vorgängerversion) und vor allem: alle Schwächen der V1 wurden beseitigt. Heute finde ich ihn fast makellos.
Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist das Fehlen eines Waveform-Displays auf den Decks (oder eines größeren Anzeigebereichs). Wenn du bestimmte Setups gewohnt bist, ist das ein echter Komfortgewinn. Aber gleichzeitig: Wenn du echtes Vinyl-Feeling mit diesem System willst, kannst du nicht alles haben. Das ist der Kompromiss.
Und was Preis-Leistung angeht? Meiner Einschätzung nach hat sich Rane gut positioniert: kein Wahnsinnspreis angesichts der Qualitätssteigerung, und vor allem spürt man die Robustheit. Ja, an manchen Stellen gibt es Plastik, aber insgesamt fühlt es sich stabil an, bereit für Auftritte und nicht nur zum hübsch Aussehen auf dem Schreibtisch.
Und du, was denkst du?
Wenn du meine abschließende Meinung willst: Der Rane One MK2 ist der „Rane One auf Steroiden“. Ein echter motorisierter DJ-Controller, der fürs Performen, Scratchen, Mixen und verrücktes Spielen mit Stems gemacht ist.
Sag mir in den Kommentaren: Bist du Team Mix, Team Scratch oder Team Stems? Und wenn du dranbleiben willst, schau dir meine anderen Inhalte an, in denen ich dir „geheime“ Funktionen von Serato und Rane-Equipment zeige.

