- Die H9 Gen 2 ist im Grunde ein vereinfachter H90: jeweils nur ein Algorithmus gleichzeitig, aber die volle Klangqualität.
- Alles inklusive ab Kauf: 74 Algorithmen und rund 1.000 Presets, ohne Einzeldownloads.
- Sie enthält die vollständigen Bibliotheken des H9 Max und des H90, einschließlich der polyphonen Pitch-Technologie.
- Neue, direktere Bedienoberfläche: weniger Zeit in Menüs, mehr Zeit zum Spielen.
Als ich zum ersten Mal ein Eventide-Gerät anschloss, verstand ich sofort, warum diese Marke so einen guten Ruf hat. Der H9, dann der H90 – das war das Schweizer Taschenmesser der Spitzenklasse: Delay, Hall, Harmonizer, Pitch, Modulation, alles in einem einzigen Gehäuse. Und jetzt kommt Eventide mit einer neuen Generation, die mich auf Anhieb überzeugt hat. Ich stelle euch das H9 Harmonizer Gen 2 vor – und ehrlich gesagt ist das genau die Pedale, auf die ich gewartet habe. In diesem Artikel schauen wir uns an, was sich geändert hat, was drinsteckt und für wen sie wirklich gemacht ist.

Der beste Weg, die H9 Gen 2 zu verstehen, ist, sie als vereinfachten H90 zu betrachten. Der H90 kann zwei Algorithmen gleichzeitig ausführen; die Gen 2 führt nur einen zur gleichen Zeit aus. Für die meisten Musiker reicht das völlig aus – nicht jeder muss zwei Halls, einen Harmonizer und drei Granular-Delays parallel stapeln.
Was bleibt, ist die Klangqualität des H90, aber in einem kompakteren und erschwinglicheren Format. Mit der Gen 2 vereinfacht Eventide das Erlebnis komplett: alles ist ab dem ersten Tag inklusive. Kein Einzeldownload-System, kein Marketplace. Einmal angeschlossen und du hast Zugriff auf das gesamte Ökosystem.
Und wenn ich sage alles, meine ich wirklich alles: die Algorithmen des H9 Max und des H90 – das sind 74 Algorithmen und rund 1.000 Presets. Delays, Halls, Modulation, Pitch Shifter, Oktaver, Multi-Effekte. Eine umfassende Effektplattform für jeden Instrumentalisten – und sogar für Sänger.
Technische Daten – Eventide H9 Harmonizer Gen 2
| Typ | Polyphoner Pitch ShifterHarmonizerMulti-Effekt |
|---|---|
| Algorithmen | 74 integrierte Algorithmen · vollständige Bibliotheken H90 + H9 Max |
| Presets | Über 1.000 Presets |
| Pitch-Technologie | SIFT High-Fidelity · speist Polysynth, Polyphony, Polyflex und PrismShift |
| Effektkategorien | Granular · Harmonizer+ · Vocals · Delay · Reverb · Harmonizer · Modulation · EQ · Multi FX · Synth · Looper · Distortion · Utilities |
| Bedienoberfläche | 2,5″-Display · Hauptencoder + 3 Regler · Tastenfeld · 2 Fußschalter |
| Modi | Select · Bank · Perform · eingebauter Tuner · Spillover (Effektüberlauf) |
| Ein-/Ausgänge | Pegel Instrument und Line (Gitarre, Bass, Keyboard, Insert, Send/Return Mischpult…) |
| Konnektivität | Bluetooth (Mac/iPad) MIDI Expresionspedal USB-C |
| Gesang | Kompatibel mit der Harmonizer+-Suite und dem MixingLink-Vorverstärker (separat erhältlich) |
| Stromversorgung | 9 V DC · 800 mA empfohlen · Netzteil nicht im Lieferumfang |
| Verdict | Stärken
Zu bedenken
|
Ein vereinfachter H90: Was ist der wirkliche Unterschied?
Der beste Weg, die H9 Gen 2 zu verstehen, ist, sie als abgespeckten H90 zu sehen. Der H90 kann zwei Algorithmen gleichzeitig betreiben. Die Gen 2 hingegen läuft mit nur einem zur gleichen Zeit. Und ehrlich gesagt reicht das für die meisten Musiker vollkommen aus.
Nicht jeder braucht zwei Halls, einen Harmonizer und drei Granular-Delays parallel. Dafür schätzt jeder die Klangqualität des H90 in einem kompakteren und vor allem erschwinglicheren Format. Genau das ist das Ziel dieser neuen Version.
Die Gen 2 richtet sich klar an alle, die den H9 Max geliebt haben. Zu den Zeiten des H9 musste man die Algorithmen nach und nach kaufen oder gleich zur Max-Version greifen, um alles auf einmal zu haben. Mit der Gen 2 entfällt das Kopfzerbrechen: alles ist von Anfang an dabei.
74 Algorithmen, 1.000 Presets: alles ab Kauf inklusive
Genau hier punktet die Gen 2. Eventide vereinfacht das Erlebnis komplett: alles ist ab dem ersten Tag inklusive. Kein Einzeldownload-System, kein Marketplace. Einmal angeschlossen und du hast Zugriff auf das gesamte Ökosystem.
Und wenn ich sage alles, meine ich wirklich alles. Die Gen 2 enthält die Algorithmen des H9 Max und des H90: das sind 74 Algorithmen, also rund 1.000 Presets. Delays, Halls, Modulation, Pitch Shifter, Oktaver, Multi-Effekte – damit deckt man so ziemlich alles ab, was Eventide über die Jahre entwickelt hat.
Hier ein Überblick über die wichtigsten Effektkategorien an Bord:
- Delays und Halls: vom sauberen Slapback bis zu riesigen Ambient-Flächen
- Harmonizer und Harmonizer+: die Eventide-Signatur schlechthin
- Pitch Shifter und Oktaver: Transposition und Stimmenstapeln
- Modulation, Granular, Synth und Looper: für Sound-Design
- Distortion, EQ und Utilities: zur Vervollständigung des Arsenals
Nicht nur für Gitarristen
Das vergisst man bei Eventide schnell. Klar, Gitarristen werden begeistert sein, Bassisten auch. Aber Keyboarder werden in ihr eine absolut leistungsstarke Maschine finden – denn es gibt echte Instrument- und Line-Ein-/Ausgänge.
Ein Synthesizer, ein Keyboard, eine Drum Machine: alles funktioniert einwandfrei. Und selbst für Sänger ist die H9 Gen 2 geeignet. Dank der Harmonizer+-Suite kann sie zu einem echten Vocal-Prozessor werden. Dazu gibt es noch den kleinen MixingLink-Vorverstärker, separat erhältlich, der das System vervollständigt.
Und wer Eventides Geschichte mit Vocal-Harmonizern kennt, weiß, dass sie in diesem Bereich absolute Experten sind. Kurz gesagt: Wir haben es hier mit einer umfassenden Effektplattform zu tun, die für jeden Instrumentalisten und jeden Sänger geeignet ist.
Die Pitch-Technologie des H90
Hier kommt die Technologie des H90 zum Einsatz – dieselbe, die die polyphonen Algorithmen wie Polyphony, Polyflex oder PrismShift antreibt. Wer schon mal einen H90 ausprobiert hat, weiß, dass die polyphonen Verarbeitungen schlichtweg beeindruckend sind.
Die Tonhöhenänderungen klingen viel natürlicher. Die Harmonisierungen sind sauberer. Und alle Synthese-Effekte spielen klar in der Oberklasse mit. Dahinter steckt die bekannte SIFT-Technologie, die diese Pitch-Algorithmen antreibt.
Der polyphoner Pitch ist da, wo die Gen 2 wirklich den Unterschied macht. Du kannst eine einfache Linie in ein komplettes Arrangement verwandeln oder eine Mono-Aufnahme mit Micro-Shifts erweitern. Selbst bei gewagten Intervallen bleibt es musikalisch.
Eine Bedienoberfläche, die endlich für die Bühne gedacht ist
Die andere große Neuheit ist die Bedienoberfläche. Der originale H9 war gut, keine Frage – aber man griff meistens auf die App zurück. Mit der Gen 2 hat Eventide das Erlebnis komplett überarbeitet, und das merkt man im Alltag sofort.
Die Bedienung ist denkbar einfach. Es gibt einen Hauptencoder zum Navigieren zwischen den verschiedenen Sounds und 3 kleine Regler für den direkten Zugriff auf die Parameter jedes Effekts. Ein Schalter aktiviert oder deaktiviert den Effekt, und man navigiert einfach durch die Bänke nach oben und unten.
Über das Tastenfeld sind außerdem mehrere Modi zugänglich:
- Select: zum Navigieren durch die Sounds, im Detail- oder Bühnenmodus
- Bank: zum Auf- und Abwärtswechseln der Bänke
- Perform: zum Live-Wechseln zwischen Detail- und Bühnenmodus
- Preset / Parameter: zum Auswählen und Erstellen der gewünschten Effekte
Beim Aufruf der Presets kann man die Zielbibliothek wählen: Factory für fertige Presets, User 1 und User 2 für eigene Set Lists. Man kann nach Effektkategorien stöbern (Delay, Granular, Harmonizer+, Modulation, Reverb, Synth…) oder direkt nach Algorithmus unter den 74 verfügbaren. Kurz gesagt: Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll.
Du kannst deine H9 optimal für Live-Auftritte organisieren: Jeder Effekt nach Wunsch eingestellt, in deinen Set Lists abgelegt, in der gewünschten Reihenfolge. Das Ergebnis: deutlich weniger Zeit in Menüs und deutlich mehr Zeit zum Spielen.
Anschlüsse: alles, was man von einem modernen Gerät erwartet
Bei den Anschlüssen fehlt nichts. Eventide hat alle Anforderungen erfüllt, um das Pedal in ein modernes Rig zu integrieren:
- Bluetooth: zum kabellosen Anpassen der Sounds (Mac und iPad, keine App erforderlich)
- MIDI: für Automatisierung und Preset-Wechsel
- Expresionspedal-Eingang: zum Steuern von Mix, Pitch, Feedback oder beliebigen Schlüsselparametern
- USB-C: für Updates und Editing
Über das Gedrückthalten der beiden Tasten des Tastenfelds gelangt man zu den globalen Systemeinstellungen: allgemeine Einstellungen, Ein-/Ausgangsparameter und MIDI-Konfiguration. So lässt sich das Gerät exakt an das eigene Setup anpassen.
Und klanglich – wie klingt es?
Die H9 Gen 2 zeichnet sich durch Studioqualität aus, die auch live klar lesbar bleibt. Der Klang ist präzise, detailreich, mit dieser tiefen „Eventide“-Charakteristik. Die Pitch-Algorithmen bleiben musikalisch, selbst wenn man mutige Intervalle oder Stimmenstapel ansteuert.
Bei Modulation und Delay bewegt sie sich mühelos vom Subtilen (Stereobreite, leichter Chorus, sauberer Slapback) bis zum Extremen (Granular, Stutter, Ambient-Flächen, Glitch). Die Halls können sich dezent im Hintergrund halten, um eine Spur zu verdichten, oder zu riesigen Ambient-Landschaften anschwellen. Und vor allem reagiert sie gut auf das Spiel: stabiles Dynamikverhalten, respektierter Anschlag und eine Reaktionsfähigkeit, die Lust macht, den Effekt wirklich zu spielen, statt ihn nur einzuschalten.
Wer mit dem H90 geliebäugelt hat, aber nicht das Budget hatte oder nicht zwei Algorithmen gleichzeitig braucht, für den ist die Gen 2 genau das Richtige. Das Beste vom H9 und das Beste vom H90, in einem kompakten und zugänglicheren Format.
FAQ – Eventide H9 Harmonizer Gen 2
Was ist der Unterschied zwischen der H9 Gen 2 und dem H90?
Der H90 kann zwei Algorithmen gleichzeitig betreiben. Die H9 Gen 2 läuft mit nur einem zur gleichen Zeit. Für die meisten Musiker ist das völlig ausreichend – und man behält die Klangqualität des H90 in einem kompakteren und erschwinglicheren Format.
Müssen die Algorithmen separat gekauft werden?
Nein, und genau das macht sie besonders. Mit der Gen 2 ist alles ab dem ersten Tag inklusive: die 74 Algorithmen und rund 1.000 Presets. Kein Einzeldownload-System und kein Marketplace – ganz anders als beim ursprünglichen H9.
Ist die H9 Gen 2 nur für Gitarristen?
Keineswegs. Dank der Instrument- und Line-Ein-/Ausgänge funktioniert sie mit einem Synthesizer, einem Keyboard oder einer Drum Machine. Und mit der Harmonizer+-Suite und dem MixingLink-Vorverstärker (separat erhältlich) kann sie sogar zum Vocal-Prozessor werden.
Welches Netzteil braucht die H9 Gen 2?
Sie benötigt ein 9 V DC-Netzteil mit 800 mA empfohlen. Das Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten – denk daran, es bei deiner Bestellung hinzuzufügen, falls du noch kein passendes hast.
Kann die H9 Gen 2 kabellos editiert werden?
Ja. Sie bietet Bluetooth für Mac und iPad, ohne App erforderlich, zum kabellosen Anpassen der Sounds. Außerdem stehen MIDI, ein Expresionspedal-Eingang und eine USB-C-Verbindung für Updates und Editing zur Verfügung.
Mein Fazit zur H9 Gen 2
Am Ende bin ich überzeugt, dass diese H9 Gen 2 viele Musiker ansprechen wird: H9-Nutzer, die auf einen echten Nachfolger gewartet haben, und all jene, die den H90 im Blick hatten, ohne das Budget dafür zu haben oder ohne zwei Algorithmen gleichzeitig zu benötigen.
Ich wiederhole mich vielleicht, aber es ist das Beste vom H9 und das Beste vom H90, in einem kompakten und zugänglicheren Format vereint. Wer eine Effektplattform sucht, die jahrelang mithalten kann – auf der Bühne wie im Studio –, findet hier starke Argumente. Jetzt liegt es an dir, herauszufinden, welche Sounds du damit zauberst.

