
- Die Boss GX-1 (Gitarre) und GX-1B (Bass) integrieren den AIRD-Motor der höheren Serien in einem ultra-kompakten und erschwinglichen Format.
- Die HEXARAY-Benutzeroberfläche mit ihren Effektkategorie-Tasten ermöglicht es, die Effektkette auf einen Blick zu sehen und zu bearbeiten, ohne sich durch Menüs zu wühlen.
- Über 150 Effekte, vielfältige Zuweisungen und die Gear Suite-Funktion bieten eine überraschende kreative Tiefe für ein Pedalboard dieser Größe.
- Metallgehäuse, Batteriebetrieb oder Netzteil, Bluetooth und eine dedizierte App: die perfekte Kombination für Bühne und Home-Studio.
Hallo zusammen, hier ist Zacharie! Ich hoffe, es geht euch gut. Jedes Jahr kommt Nico von Boss zu Besuch, und das ist so eine kleine Tradition geworden. Mit der Zeit habe ich etwas gelernt: Wenn Nico mit einem Produkt unter dem Arm auftaucht, dann selten ohne Grund. Und als er die GX-1 und GX-1B auf den Tisch legte, wusste ich sofort, dass wir eine gute Zeit haben würden.
Das Konzept ist einfach: Boss bietet eine preislich leicht zugängliche Lösung mit der Soundqualität der großen Multi-Effekt-Geräte der Serie. Ihr kennt mich, ich bin eher skeptisch – das hört man oft. Aber hier waren wir wirklich überrascht. Also gebe ich euch das komplette Update: Was taugt es, wie funktioniert es und vor allem… wie klingt es.
Der AIRD-Motor: High-End-Sound in einem kompakten Gehäuse

Das große Argument des Boss GX-1: Er enthält den berühmten AIRD-Motor, die gleiche Technologie, die man auch im GX-100 oder GX-10 findet. Einfach gesagt berücksichtigt AIRD die gesamte Audiokette – Vorverstärker, Endstufe, Lautsprecher – wodurch das Pedalboard wie ein echter Röhrenverstärker reagiert.
Du drehst den Lautstärkeregler runter, es wird clean. Du spielst mit dem Plektrum, es cruncht. Dieses organische Feeling macht den Unterschied, und hier haben wir es in einem ultra-kompakten Format zu einem viel günstigeren Preis.
Der GT-1 war das letzte Modell der GX-Serie, das noch nicht vom AIRD-Motor profitierte. Das ist jetzt vorbei: Bessere Boss-Soundqualität mit einer vereinfachten Benutzeroberfläche. Sofort zugänglich, aber mit viel Potenzial, wenn du genaue Vorstellungen hast.
Die HEXARAY-Oberfläche: Die Effektkette auf einen Blick sehen

Die HEXARAY-Tasten sind DAS neue Feature des GX-1. Diese kleinen LEDs zeigen visuell deine Soundkette: Auf einen Blick siehst du, welche Module aktiv sind. Kein Menü-Durchwühlen nötig.
Sie haben eine clevere Doppelfunktion: kurzer Druck wählt ein Modul aus, langer Druck öffnet direkt die Bearbeitung. Und wenn du spielst und Enter drückst, verwandeln sich die LEDs in eine Meter-Ansicht – du siehst den Eingangspegel in Echtzeit für jedes Modul. Perfekt fürs Gain Staging (Signalpegel-Optimierung an jeder Stufe) und um im Sweet Spot zu bleiben, ohne zu übersteuern.
Nutze den HEXARAY-Modus bevorzugt bei deinen Overdrive– und Verstärker-Blöcken: Hier macht das Gain Staging den größten Unterschied. Ein gut kalibriertes Signal an diesen Stellen verbessert den gesamten Signalweg.
Über 150 Effekte und flexible Verkettung
Mehr als 150 Effekte in einem einzigen Gerät: Kompressoren, Overdrives, Phaser, Flanger, Harmonizer, Oktaver, Delays, Reverbs, EQ… Und die Reihenfolge der Effekte ist veränderbar. Du willst deinen Overdrive nach den Verstärker schalten? Nicht orthodox, aber möglich.
Die Blöcke FX1, FX2 und FX3 sind nicht festgelegt: Ein FX3 kann Chorus, Rotary, Wah werden… Und bei den Zuweisungen wird es ernst: Bis zu 8 Zuweisungen pro Preset. Ein einziger Knopf steuert 8 Parameter gleichzeitig. Einfaches Gerät, echte Tiefe.
Wir haben in weniger als 4 Minuten einen kompletten Sound erstellt
Kleiner Challenge mit Nico: von null starten und eine komplette Effektkette live aufbauen. Wir starten mit einer leeren Seite und bauen auf:
- Clean-Verstärker im Fender-Stil mit viel Headroom
- Overdrive vor dem Verstärker – etwas weniger Brillanz, ich mag eher gedämpfte Sounds
- Kompressor am Anfang der Kette – Attack und Sustain, dabei die Dynamik bewahrend
- Analoges Slapback-Delay – leicht, High-Cut zum Abdämpfen, Level bei 30%
- Spring-Reverb – spürbar vibrierend, Dichte und Zeit angepasst
- Rotary auf Steuerung 1 gelegt – ich liebe Rotary-Effekte
- Wah auf dem Expression-Pedal – einfach zum Spaß
Weniger als 4 Minuten, ohne App, ohne Computer. Ich entschuldige mich bei allen, ich mache hier keinen ultra-digitalen Sound – ich bin im klassischen Soundmodus. Aber genau das ist das Schöne: Man kann einen warmen Sound haben, indem man die Höhen dämpft und die Bässe dosiert. Es klang großartig.
Bei allen Boss-Produkten sind die Drehregler klickbar. Entweder drehst du präzise oder du drückst und drehst, um von Kategorie zu Kategorie zu springen. Riesige Zeitersparnis.
Der clevere Tuner in Fersenstellung
Wenn du dein Expression-Pedal in Fersenstellung bringst, aktiviert es automatisch die Minimallautstärke UND den Tuner. Du bist ja sowieso stumm, also nutze es. Ein Druck weniger auf der Bühne. Und das ist von Gitarristen entwickelt worden, das merkt man.
Die Gear Suite: Fertige Sounds auf Knopfdruck
Die Gear Suite ist ein System von Modul-Voreinstellungen. Du erstellst einen Clean-, Crunch- und Saturation-Sound. Speichert jeden in der Gear Suite, und bei anderen Presets musst du nicht alles neu einstellen: Du wählst die Gear Suite, und alle Einstellungen werden auf einmal geladen. Funktioniert für Verstärker, Overdrives, Delays, Modulationen – für alles. Enorme Zeitersparnis.
Delay Warp, Shimmers und Ambient-Sounds
Ich mag es zu wissen, wie weit das Gerät gehen kann. Spoiler: Der GX-1 schlägt sich sehr gut in den fortgeschrittenen Soundbereichen:
- Delay Warp: Friert einen Akkord ein und hält ihn im Hintergrund auf konstantem Niveau. Kontrollierbarer als ein Space Echo, das schnell aufdringlich werden kann.
- Shimmers: Glitzernde Reverbs, fast schon orchestrale Klangwelten. Wirklich schick.
- Feedbacker + Oktav-Abstieg: Ein kleiner synthetischer Effekt am Ende der Note.
- Slow Gear: Ultra-lange Attacken, perfekt für Ambient.
Dank der 8 Zuweisungen zeigte Nico, dass ein einziger Knopf alles auf einmal verändern kann: Slow Gear deaktivieren, Overdrive wechseln, eine Plate-Reverb und Delay Warp gleichzeitig aktivieren. Wahnsinn.
Der Boss GX-1B: Die Bass-Version, kein Abklatsch

Der GX-1B folgt der gleichen Philosophie, ist aber keine Kopie der Gitarreneffekte. Alle Algorithmen – Limiter, Kompressoren, Chorus, Overdrives – wurden für den Bassbereich neu kalibriert. Die Verstärkerpalette reicht von sehr neutral bis stark gesättigt.
Und liebe Bassisten – und Bassistinnen – ihr bekommt ihn in Blau. Wirklich wunderschön auf der Bühne. Wir haben knackigen Rock, Funk mit Auto-Wah, organischen Vintage-Sound und Ambient-Texturen getestet. Er klingt genauso gut wie das Gitarrenmodell.
Denk nicht, dass der GX-1B einfach nur „der GX-1 mit einem B“ ist. Die Effekte sind wirklich für den Bass kalibriert: Frequenzen, Kompression, Verstärkermodellierungen – alles ist darauf ausgelegt, die tiefen Frequenzen und die Definition deines Instruments zu respektieren.
Die Bluetooth-App und Boss Tone Exchange
Beide Pedalboards sind kompatibel mit der Boss Tone Studio App (kostenlos, iOS und Android). Bluetooth-Verbindung in Sekunden, und die App spiegelt genau die Benutzeroberfläche des Pedalboards – man verliert nie den Überblick.
- Session: Über YouTube-Videos und Backing-Tracks spielen
- Librarian: Presets in Setlists nach Band oder Projekt organisieren
- Boss Tone Exchange: Community-Sounds direkt aus der App herunterladen, ohne Computer
Aber wir mussten die App nicht benutzen, um alles zu machen. Die App ist ein zusätzlicher Komfort, keine Pflicht.
Ausgang richtig einstellen: Die Einstellung, die jeder vergisst
Ich betone das: Stelle immer genau ein, woran du angeschlossen bist. Das ist entscheidend, damit der AIRD-Motor richtig funktioniert. Im Menü wählst du zwischen Line/Phones (Soundkarte, Kopfhörer), Katana-Verstärker, Combo-Verstärker (mit oder ohne Hochtöner) oder PA-System.
Ein GX-1, der auf Line eingestellt ist und an einen 12-Zoll-Verstärker angeschlossen wird, klingt ganz anders. Nimm dir beim ersten Anschluss Zeit, das richtig einzustellen, dann bist du auf der sicheren Seite.
Für wen ist der Boss GX-1 geeignet?
„Okay Zacharie, für wen ist das?“ Ganz einfach:
- Anfänger: Intuitiv, über 150 Effekte zum Entdecken, sanfte Lernkurve. Ermöglicht das Experimentieren mit Sounds, die man sich mit einzelnen Pedalen nicht leisten könnte.
- Profis: kompakter Backup oder Fly Rig für Live. Ultra-dünnes Metallgehäuse, passt in eine Gitarrentasche, batteriebetrieben.
- Fortgeschrittene: Die AIRD-Soundqualität ohne die Komplexität und den Preis der großen Geräte.
Mein Fazit
Der Boss GX-1 und der GX-1B müssen sich keineswegs vor Plugins verstecken. Egal, ob du krasse Shimmers und Delays willst oder einfach nur einen guten sauberen Amp-in-the-Cable-Sound mit etwas Overdrive, ich war sehr positiv überrascht.
Sie klingen sowohl an der Gitarre als auch am Bass großartig. Wenn man nicht viel Budget hat, bekommt man sofort Qualität, ohne bei zukünftigen Anschaffungen einschränken zu müssen. Ehrlich, das klingt richtig gut.

