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Rolling Stone präsentiert die 14 Künstler des Jahres – „Voices of the Year“

© ALESSANDRO BREMEC / NURPHOTO / AFP

Zum Jahresende sprießen die Bestenlisten nur so aus dem Boden, doch die von Rolling Stone veröffentlichte hat einen besonderen Stellenwert. Das Magazin hat vierzehn Persönlichkeiten versammelt, die auf ihre jeweils eigene Weise das Jahr geprägt haben: Künstlerinnen und Künstler, die den Zeitgeist einfangen, ihn bisweilen mitgestalten oder ihn einfach mit einer Authentizität verkörpern, die über ihr künstlerisches Fachgebiet hinausgeht.
Hier geht es weder um Streaming-Zahlen noch um Charts der meistverkauften Titel. Das Ziel ist ein anderes: Stimmen – musikalische und andere – hervorzuheben, die 2025 besonders stark nachhallten. Eine Mischung aus Pop, Hip-Hop, Humor, Kino, Performance, alternativer Kultur … kurz gesagt, ein bewegtes Panorama, das sich nur schwer in ein einziges Genre einordnen lässt.

Hier ist ein Überblick über diese vierzehn von Rolling Stone ausgewählten Stimmen.

1. Lady Gaga

Den ersten Platz belegt Lady Gaga, eine unverzichtbare Ikone des modernen Pop. Seit ihren Anfängen bewegt sie sich zwischen klanglicher Experimentierfreude, umfassender Performance und offen gezeigter Verletzlichkeit. 2025 kehrt sie mit einer Energie zurück, die wieder an das Spektakuläre anknüpft, ohne die emotionale Tiefe zu verlieren, die ihre Karriere geprägt hat.
Gaga bleibt jene chamäleonhafte Künstlerin, deren Stimme – ob gesungen, performt oder öffentlich geäußert – weiterhin durch den kulturellen Lärm dringt.

2. Marc Maron

Stimmungswechsel mit Marc Maron. Comedian, Schauspieler, Podcaster: Er hat eine einzigartige Art geprägt, zur Welt zu sprechen – zwischen Introspektion, schonungsloser Klarheit und mitunter bissigem Humor.
Dass ein nichtmusikalischer Künstler in einer Rangliste über „Stimmen“ so weit oben steht, zeigt deutlich, dass das gesprochene Wort zu einer eigenständigen Form künstlerischen Ausdrucks geworden ist.

3. Bad Bunny

Bad Bunny ist zu einem weltweiten Phänomen geworden, ohne sich jemals den vorherrschenden Codes zu beugen. Reggaeton, Latin Trap, Pop, karibische Texturen … er erforscht, vermischt, verwandelt.
Er verkörpert den Wandel einer Branche, in der die englische Sprache nicht mehr nötig ist, um die Weltkarte zu dominieren.

4 und 5. Clipse (Pusha T & Malice)

Die Rückkehr von Clipse, dem Duo aus Pusha T und Malice, gleicht fast einem generationenprägenden Ereignis. Die Gruppe steht weiterhin für eine äußerst präzise Hip-Hop-Ästhetik: minimalistische Beats, scharfzüngige Texte, kompromisslose urbane Erzählungen.
Ihre Präsenz in dieser Liste würdigt die ungebrochene Kraft ihrer Texte und ihre Fähigkeit, in einer übersättigten Musiklandschaft wieder relevant zu werden.

6. Rachel Sennott

Rachel Sennott verkörpert eine Stimme ganz besonderer Art: hybrid, zwischen Humor, Kino, Performance und Schreiben. Ihre Präsenz hier zeigt, dass sich kultureller Einfluss nicht mehr auf Musikerinnen, Musiker oder etablierte Regisseure beschränkt.
Sie steht für eine Generation, für die künstlerischer Ausdruck ein vollständiges Ökosystem ist: Schauspiel, Haltung, soziale Netzwerke, Improvisation.

7. Joe Budden

Die Geschichte von Joe Budden ist eine der erstaunlichsten im Hip-Hop. Vom respektierten Rapper zum Podcast-Moderator und einer unverzichtbaren Stimme des kulturellen Kommentars geworden, zeigt er, dass sich eine Karriere radikal neu erfinden kann.
Seine Art zu debattieren, sensible Themen anzusprechen und die Rapkultur zu analysieren, prägt einen großen Teil der aktuellen Diskussion.

8 und 9. Seth Rogen & Evan Goldberg

Das Duo aus Seth Rogen und Evan Goldberg prägt den amerikanischen Humor seit mehr als einem Jahrzehnt. Ihre Mischung aus derber Komödie, Satire und popkulturellem Erzählen geht weit über das Kino hinaus.
Ihre Präsenz in dieser Liste zeigt, dass Lachen eine ebenso durchschlagende kulturelle Kraft sein kann wie ein Gitarrensolo oder eine bissige Strophe.

10. FKA twigs

Mit FKA twigs nimmt Kreativität eine fast mystische Dimension an. Tanz, Gesang, Performance, künstlerische Leitung: Sie erschafft ein umfassendes Universum, in dem jede Geste zählt.
Als Figur der Avantgarde gehört sie zu denen, die definieren, was Musik und Performance werden könnten, statt nur zu zeigen, was sie sind.

11 und 12. Trey Parker & Matt Stone

Die Schöpfer von South Park, Trey Parker und Matt Stone, beherrschen Respektlosigkeit als große Kunst. Ihre oft radikale Gesellschaftssatire funktioniert wie ein Vergrößerungsspiegel der Gegenwart.
Ihr Platz hier würdigt die Kraft eines politischen Humors, der ebenso verstören wie erhellen kann.

13. Ryan Coogler

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Ryan Coogler ist zu einer der bedeutendsten Stimmen des zeitgenössischen Kinos geworden. Sein erzählerischer Ansatz, seine Art, komplexe Identitäten und dichte Atmosphären in Szene zu setzen, gehen weit über reine Unterhaltung hinaus.
In einer Welt, in der das Bild ebenso viel Gewicht hat wie der Klang, ist diese Präsenz vollkommen stimmig.

14. Cole Escola

Als queere Künstlerperson, Performer und Schauspieler schließt Cole Escola die Liste mit einer völlig eigenen Energie ab: respektlos, theatralisch, bisweilen surreal.
Seine absolute künstlerische Freiheit, sein eigenwilliger Humor und seine Fähigkeit, die kulturelle Realität zu verdrehen, erklären seinen Platz in dieser Rangliste. Eine einzigartige Stimme, die Eindruck hinterlässt, ohne jemals nach Konsens zu suchen.

Warum diese Auswahl einen Blick wert ist

Diese Rangliste offenbart einen tiefgreifenden Wandel: Die zeitgenössische Kultur ist nicht mehr in Sparten unterteilt. Die Grenzen zwischen Musik, Kino, Humor, Performance und Kulturanalyse verschwinden.
Was heute zählt, sind Perspektive, Geste und Vision.
Die genannten Künstlerinnen und Künstler – von Lady Gaga bis Cole Escola, über FKA twigs und Joe Budden – haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, doch alle erzählen von einer Facette des Jahres 2025.

Fazit

„Voices of the Year“ will nicht die besten Künstlerinnen und Künstler bestimmen, sondern jene, deren Stimme in diesem Jahr wirklich nachgehallt hat.
Vierzehn Werdegänge, vierzehn Arten, zur Welt zu sprechen. Ein manchmal widersprüchliches, oft unerwartetes, aber immer lebendiges Panorama.
Eine Liste, die letztlich der Zeit, die sie beschreibt, sehr ähnlich ist: vielfältig, in Bewegung, kreativ.


Quellen

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