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Deep Purple enthüllt „Arrogant Boy“ aus ihrem kommenden Album

Das Wichtigste in Kürze
  • Deep Purple präsentiert „Arrogant Boy“, die erste Single ihres 24. Studioalbums Splat!, das am 3. Juli 2026 bei earMUSIC erscheint.
  • Der Song, von Ian Paice als Stück im Stil von „Highway Star“ beschrieben, markiert eine bewusste Rückkehr zum kraftvollen Hard Rock der 70er Jahre.
  • Das Album wird erneut von Bob Ezrin (Kiss, Pink Floyd, Alice Cooper) produziert, in der sechsten Zusammenarbeit in Folge.
  • Eine gigantische Welttournee mit 86 Terminen in 28 Ländern begleitet die Veröffentlichung, darunter ein heiß erwarteter Auftritt beim Hellfest am 18. Juni.

Bei Woodbrass verfolgen wir Deep Purple schon lange genug, um zu erkennen, wenn die Band in Hochform ist. Und hier: Es knistert förmlich. Schon in den ersten Sekunden von „Arrogant Boy“ spürt man diese angespannte Nervosität, die stark an Machine Head erinnert. Dieser erste Vorgeschmack auf Splat!, das am 3. Juli erscheint, klingt wie eine klare Ansage. Eine Analyse.

„Arrogant Boy“: eine Rückkehr zu den Wurzeln des Hard Rock

Drei Minuten, und die Sache ist erledigt. „Arrogant Boy“ bringt eine rock’n’rollige Energie mit, die an die glorreichen Zeiten des britischen Quintetts erinnert. Schlagzeuger Ian Paice vergleicht den Song selbst mit „Highway Star“: präziser Riff, millimetergenaue Rhythmusstruktur, Breaks, in denen sich Don Airey (Keyboards) und Simon McBride (Gitarre) mit Begeisterung die Bälle zuspielen.

Textlich erzählt Ian Gillan die Geschichte von Billy, einer Figur, die weder lesen noch schreiben kann und ihre Zeit damit verbringt, die Elite zu ärgern. Der Sänger verbirgt seine Freude nicht: Die Mächtigen zu reizen sei für ihn „eine freudige Übung“. Die ganze provokante Schärfe von Deep Purple in einem Satz.

Gut zu wissen

Mit über 120 Millionen verkauften Alben seit 1968 wurde Deep Purple von dem britischen Radiosender Planet Rock als „5. einflussreichste Band aller Zeiten“ eingestuft. Die Band wurde außerdem 2016 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen – eine späte, aber verdiente Ehrung für die Pioniere des Hard Rock.

Splat!: ein Konzeptalbum über das Ende der Welt (aber nicht wie man es erwartet)

Hinter dem fast cartoonhaften Titel Splat! verbirgt sich ein ambitioniertes Konzept, das Ian Gillan entworfen hat. Das Album erforscht das Ende der Menschheit nicht als Zerstörung, sondern als Metamorphose jenseits der physischen Existenz. Ein philosophischer Ansatz, der sich von der üblichen Hard-Rock-Ästhetik abhebt.

Musikalisch kündigt die Band das schwerste Album seit langem an. Gillan bringt es auf den Punkt: Das Material ist „kompatibel“ mit Stücken wie Highway Star, Smoke on the Water oder Lazy, mit derselben Dynamik und Spielfreude wie zwischen 1969 und 1973. Die Aufnahme erfolgte übrigens live im Studio, die gesamte Band gemeinsam, wie in den großen Zeiten.

Bob Ezrin erneut am Ruder – zum sechsten Mal in Folge

Es ist zur Gewohnheit geworden: Bob Ezrin übernimmt wieder die Produktion. Der Kanadier, der Meisterwerke für Kiss, Pink Floyd (The Wall), Alice Cooper und Lou Reed geschaffen hat, arbeitet hier zum sechsten Mal in Folge mit Deep Purple zusammen, nach Now What?! (2013), inFinite (2017), Whoosh! (2020), Turning to Crime (2021) und =1 (2024).

Splat! ist außerdem das zweite Studioalbum mit Simon McBride, der 2022 nach dem Weggang von Steve Morse zur Band stieß. Diese Kontinuität erklärt wohl den wiedergefundenen klanglichen Zusammenhalt der Gruppe.

Profi-Tipps

Um den organischen Sound von Don Airey auf „Arrogant Boy“ nachzuahmen, gibt es nichts Besseres als eine Hammond-Orgel oder deren Emulation, die durch eine Leslie-Kabine gespielt wird. Die Deep Purple-Signatur beruht ebenso sehr auf dem virtuosen Keyboardspiel wie auf der Kombination aus gesättigter Orgel und Hard-Rock-Gitarre – ein grundlegendes Gleichgewicht des Genres seit In Rock (1970).

Eine titanische Welttournee und das Hellfest im Visier

Zur Feier der Veröffentlichung hat Deep Purple nicht weniger als 86 Konzerte in 28 Ländern auf drei Kontinenten geplant. Die Europatour startet im Juni mit einem erwarteten Auftritt in Frankreich: Die Band wird Headliner des Hellfest am 18. Juni 2026 sein, in einem bereits ausverkauften Clisson. Es folgen Deutschland und Skandinavien, dann eine Nordamerika-Tour im August und September, bevor die Band zum Jahresabschluss nach Europa zurückkehrt.

Was physische Formate betrifft, hat der Verlag nicht gespart: Doppelvinyl in Schwarz, transparentem Gelb, Violett, CD und eine Collector’s Box mit drei 10-Zoll-Live-Scheiben der Tour 2024 sowie einer exklusiven 7-Zoll-Single „Guinnesis“.

Deep Purple: immer noch stark, immer noch relevant

Während viele Bands ihrer Generation aufhören oder auf Autopilot schalten, schreibt Deep Purple weiterhin überzeugende Kapitel. „Arrogant Boy“ ist keine nostalgische Single: Es ist der Beweis, dass eine 1968 gegründete Band auch 2026 noch dringend klingen kann. Die Langspielplatte am 3. Juli wird das bestätigen. Wir holen schon mal unsere Machine Head-Vinyls raus, um die Wartezeit zu überbrücken.

Quellen

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