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Alice Cooper feiert 50 Jahre Welcome to My Nightmare mit einem Live-Mitschnitt aus dem Archiv

Stell dir vor, du reist in der Zeit zurück und findest dich im Juni 1975 im Forum in Los Angeles wieder, genau in dem Moment, als Alice Cooper der Welt erstmals sein albtraumhaftes Universum enthüllt. Zum 50. Jubiläum von Welcome to My Nightmare, seinem ersten Soloalbum und einem der kühnsten seiner Karriere, veröffentlicht der Sänger endlich einen Mitschnitt dieses Konzerts, der jahrzehntelang in den Archiven lag.
Dieses rohe, theatralische und zutiefst eindrucksvolle Dokument lässt uns den Moment erneut erleben, in dem Cooper sich neu erfand: vom provokanten Frontmann zum Meister des filmischen Rock.

1975: Das Jahr, in dem Alice Cooper den Show-Rock neu definierte

Mit der Veröffentlichung von Welcome to My Nightmare überrascht Alice Cooper alle. Die legendäre Band hat sich gerade getrennt, doch statt einen Gang zurückzuschalten, legt der Sänger erst richtig los. Er verwandelt sich.
Dieses erste Soloalbum ist eine wahre Rockoper: ausgefeilte Orchestrierungen, eine fortlaufende Handlung, Horror-Ästhetik und schwarzer Humor. Damals war diese Mischung im Rock einzigartig. Die Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Livealbums beschreibt es perfekt:

„Ein Album, so ausgefeilt und so gewagt, dass es den Begriff over-the-top neu definiert.“

Der am 17. Juni 1975 im Forum aufgezeichnete Live-Mitschnitt fängt diesen Wendepunkt mit nervöser Energie ein: Cooper präsentiert hier erstmals seine neue Figur – theatralischer, düsterer, freier.

Welcome to My Nightmare neu entdecken … live

Die Veröffentlichung der Liveversion des titelgebenden Songs zeigt sofort den Anspruch des Konzerts. Die Arrangements sind rauer als auf dem Album, der Gesang etwas wilder, und die Inszenierung – selbst wenn sie im Audio unsichtbar bleibt – ist darin spürbar, wie Cooper jede Zeile auslebt.

Die Performance entfaltet anschließend die großen Kapitel des erzählerischen Albtraums:

  • Years Ago, ein seltsamer und unheilvoller roter Faden, kehrt in aufeinanderfolgenden Momenten wieder;
  • Steven, das Herzstück, offenbart eine noch stärkere dramatische Intensität als im Studio;
  • The Black Widow erscheint nach Devil’s Food, getragen von der ikonischen Stimme von Vincent Price;
  • Die Klassiker der vorherigen Ära – No More Mr Nice Guy, I’m Eighteen, School’s Out – fügen sich in die Erzählung ein, als gehörten sie demselben dekadenten Universum an.

Man hört einen Künstler, der ein neues Kapitel seiner Mythologie erschafft, ohne bereits zu wissen, dass dieses Album zu einem der einflussreichsten des Theaterrock werden wird.

Eine Veröffentlichung zum symbolträchtigen Zeitpunkt

Die Veröffentlichung dieses Konzerts kommt nicht von ungefähr. Einige Monate zuvor hatte Alice Cooper seine Fans bereits mit The Revenge of Alice Cooper überrascht, geprägt von der Rückkehr der ursprünglichen Alice Cooper Group, die sich vor der Entstehung von Welcome to My Nightmare aufgelöst hatte.
Der Sänger sagte damals:

„Es gab nie böses Blut zwischen uns … Wir gingen zusammen auf die Highschool, bevor wir eine Band gründeten. Sie schreiben noch immer Songs und spielen genauso gut wie früher.“

Dieses Konzert von 1975 erscheint somit in einer Phase, in der Cooper alle Schichten seiner Karriere neu besucht. Die Vergangenheit taucht wieder auf, genau in dem Moment, in dem die Gegenwart wieder an ihre Ursprünge anknüpft. Eine seltene, fast erzählerische Konstellation, die dieser Veröffentlichung zusätzliche Tiefe verleiht.

Die vollständige Tracklist: ein echtes Bühnenjournal

Hier ist die Performance, wie sie an jenem Abend im Forum gespielt wurde – ein Programm zwischen Theater, prägnantem Rock und bewegenden Momenten:

  1. Welcome To My Nightmare
  2. Years Ago
  3. No More Mr Nice Guy
  4. Years Ago (First Reprise)
  5. Billion Dollar Babies
  6. Years Ago (Second Reprise)
  7. I’m Eighteen
  8. Years Ago (Third Reprise)
  9. Some Folks
  10. Cold Ethyl
  11. Only Women Bleed
  12. Devil’s Food
  13. The Black Widow
  14. Steven
  15. Welcome To My Nightmare (reprise)
  16. Escape
  17. School’s Out
  18. Department Of Youth

Jeder Übergang, jede Atempause des Sets lässt ein Konzert erahnen, das wie ein Film konzipiert wurde, mit Cooper als Zeremonienmeister eines Universums, in dem schwarzer Humor auf Drama und Exzess trifft.

Fazit

Diese Jubiläumsveröffentlichung ist nicht bloß ein nostalgisches Objekt: Sie ist ein kostbares Zeugnis eines Künstlers auf dem Höhepunkt seiner Verwandlung. Welcome To My Nightmare: Live From The Forum 6/17/75 zeigt einen Alice Cooper im Wandel, bereit, Rock als Gesamtkunstwerk neu zu erfinden.
1975 stellte dieses Konzert neue Regeln auf. 2025 erinnert es daran, warum Welcome to My Nightmare ein Grundpfeiler des Theaterrock bleibt. Ein halbes Jahrhundert später hat der Albtraum nichts von seiner Magie verloren.


Quellen

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