„ Smoke On The Water “ ist in vielerlei Hinsicht eine Legende. Nicht nur, dass es eines der meistgespielten Riffs von Gitarristen weltweit ist, die Entstehungsgeschichte dieses Stücks ist schlichtweg unglaublich. Auf dem Programm stehen: ein unbeabsichtigtes Feuer, eine Verbindung zu Beethoven, eine Band, die aus mehreren Aufnahmestudios geworfen wurde, und ein Zeitdruck. Es ist Zeit, in eine der verrücktesten Geschichten des Rock einzutauchen.
Die Legende um das Stück

Die Entstehung des Stücks „ Smoke On The Water “ ist ein wahrer Mythos, in dem Realität und Fiktion, absichtlich oder nicht geschaffen, so eng miteinander verwoben sind, dass es schwerfällt, sie zu trennen. Sicher ist, dass am 3. Dezember 1971 Deep Purple im Casino von Montreux in der Schweiz ein Studio mit mobiler Aufnahmetechnik beziehen sollte, um ihr neues Album Machine Head aufzunehmen. Doch am nächsten Tag, während des Konzerts von Frank Zappa & The Mothers of Inventions im selben Saal, schoss ein Fan mit einer Signalpistole in den Raum, was das Feuer an der Decke auslöste und einen Brand verursachte, der das gesamte Gebäude zerstörte. Deep Purple, ohne Studio, zog daraufhin in den Pavillon, einen kleinen Saal im Stadtzentrum. Doch ihr Lautstärkepegel war zu hoch, und sie konnten nur eine einzige Jam-Session aufnehmen, weshalb sie am nächsten Tag erneut umziehen mussten. Das Album wurde schließlich im Grand Hôtel aufgenommen. Ab diesem Punkt wird die Geschichte unklarer. Am letzten Aufnahmetag soll der Manager der Band, Martin Birch, verkündet haben, dass dem Album sieben Minuten Musik fehlen. Deep Purple soll daraufhin die Jam-Session im Pavillon erneut angehört haben, die hauptsächlich um das berühmte Riff von Ritchie Blackmore kreiste. Sie sollen das Stück dann an einem einzigen Tag komponiert und aufgenommen haben, wobei der Bassist Roger Glover vorschlug, über das Feuerabenteuer zu schreiben. Der Titel „ Smoke On The Water “ sei ihm sogar spontan eingefallen, als er nachts plötzlich aufwachte.
Die angebliche Herkunft des Riffs
Doch damit nicht genug! Die Herkunft des Riffs selbst ist von Geheimnissen und unterschiedlichen Erklärungen umgeben. Die bekannteste und vielleicht extravaganteste stammt von Ritchie Blackmore persönlich. Er erzählt, dass ihm das Riff eingefallen sei, als er an die Eröffnung der 5. Symphonie von Beethoven dachte: Wenn man die beiden vier-Schläge-Einleitungen rückwärts spielt und die Melodie leicht verändert, erhält man das Riff von „ Smoke On The Water “! Laut ihm ist dieses Riff also nur eine Interpretation des berühmten Beethoven-Werks! Allerdings entspricht das rückwärts gespielte Stück weder rhythmisch noch melodisch dem Gitarrenriff!

Eine wahrscheinlichere Herkunft

In einem anderen Interview erzählt Ritchie Blackmore, dass ihn Jahre vor der Aufnahme von Machine Head ein befreundeter Gitarrist beeindruckt habe, der viel in Quarten schrieb, da dies eine Harmonieart war, die er zuvor nie gehört hatte. Diese Erklärung erscheint schon viel plausibler als eine hypothetische Beethoven-Interpretation! Doch es gibt noch eine weitere Vermutung. Dieses Riff ähnelt stark dem Stück der Bossa-Nova „ Maria Quiet “ von Astrud Gilberto, sowohl in Melodie, Rhythmus als auch Tonart. Da es fünf Jahre vor „ Smoke On The Water “ veröffentlicht wurde, ist es durchaus möglich, dass Ritchie Blackmore bewusst oder unbewusst eine Bossa-Nova-Melodie in einem Hard-Rock-Kontext wiederverwendet hat… Wie auch immer die Herkunft ist, dieses Riff bleibt ein Klassiker mit unbestreitbarer Bedeutung in der Rockgeschichte.
Jetzt seid ihr dran!
Auf den ersten Blick recht einfach, wird dieses Riff jedoch zu oft falsch interpretiertEs basiert auf Doppelgriffen im Quartintervall aus der Moll-Pentatonik von G, mit Ausnahme desjenigen, der im 6. Bund in Takt 2 gespielt wird. Und wir räumen sofort mit dem verbreitetsten Fehler auf: Nein, das Riff wird nicht auf den leeren Saiten gespielt! Wir spielen Re und Sol auf dem 5. Bund der A- und D-Saiten! Obwohl die Noten identisch sind, unterscheidet sich der Klang zwischen den beiden Varianten.


Das rhythmische Timing ist ein Spiel zwischen den Zählzeiten und den Offbeats. So greifen wir die Quarten auf den Zählzeiten in Takt 1 an und spielen sie auf den Offbeats in Takt 2. Gerade diese Variation erfordert große Präzision, denn es sind diese Offbeats, die den Groove erzeugen. Schließlich nehmen wir in den Takten 3 und 4 das Timing auf den Zählzeiten wieder auf, bevor wir auf den Offbeats enden.
Zum Schluss zum Klang: Das Erste, was auffällt, ist, dass Ritchie Blackmore dieses Riff mit Daumen und Zeigefinger spielt und nicht mit einem Plektrum. Diese oft unbekannte Feinheit bewirkt einen Unterschied im Anschlag (die Finger zupfen die Saiten, während das Plektrum sie streicht) und auch in der Gleichzeitigkeit. So werden die Doppelgriffe mit den Fingern exakt gleichzeitig gespielt, im Gegensatz zum Plektrum, das trotz allem immer ein wenig arpeggiert.

Schließlich zur Ausrüstung: Ritchie Blackmore nahm dieses Riff mit einer Stratocaster auf, die an einen Vox AC30-Verstärker angeschlossen war. Obwohl er als Marshall-Fan bekannt ist, nutzte er diese hauptsächlich live. Übrigens ließ Ritchie seine Marshalls modifizieren, damit sie mehr wie sein Vox klingen.

